Nicht fotogen?

Du denkst, du bist nicht fotogen?
Dann lies weiter. Du bist es.

Die meisten Tipps im Internet sagen dir, was DU falsch machst und wie DU dich verändern musst, damit du fotogen wirst.

Dieser Beitrag sagt dir etwas anderes: Das Problem liegt nicht bei dir und du musst nichts an dir verändern, um gute Fotos von dir zu bekommen.

Denn du bist fotogen.

Woher ich das weiss? Ich bin Porträtfotograf und spezialisiert auf Menschen wie dich. Ich habe Hunderte porträtiert, die dachten sie seien nicht fotogen. Was ich aus diesen Begegnungen gelernt habe, habe ich hier für dich zusammengefasst.

Nicht fotogen; I hat sich über ein Jahr Zeit genommen, um ein Shooting zu wagen. Jetzt hängen die Fotos von ihr mit ihrem Hund als gross ausgedruckte Bilder im Eingang ihrer Praxis. Porträtbild einer lachenden Frau, die vor einer geöffneten Autotüre steht. Im Hintergrund unscharf die Konturen eines Kuhstalls. Fotografiert in der Nähe von Bern, der Schweiz von Personal Branding Fotograf Manuel Castellote.

Übersicht

Dieser Beitrag hat vier Abschnitte:

  1. Was bedeutet fotogen?
  2. Was sind die Gründe, weshalb Menschen nicht fotogen sind und nicht gerne fotografiert werden?
  3. Wie gehe ich als Fotograf damit um …
  4. … und was kannst du tun?

Fotogen, Bedeutung:

Was bedeutet «fotogen» eigentlich? Wikipedia meint «Auf Fotos gut anzusehen, zum Fotografieren besonders tauglich, lohnenswert.»

Das ist alles völlig subjektiv.

Meine Definition ist einfacher: Jemand, der sich selbst ist, ist fotogen.

Foto-Shooting für ein Bewerbungsbild. C ist es meist gar nicht wohl vor der Fotokamera. Aber mit dem richtigen Umgang sind immer tolle Fotos möglich. Die Chemie muss stimmen. Porträtaufnahme von einer Frau an einem Fenster in Vechigen, in der Nähe von Worb und Bern in der Schweiz.

Warum du glaubst, nicht fotogen zu sein:

  • Du vergleichst deine Fotos mit deinem Spiegelbild: Ein Foto ist seitenverkehrt. Es sieht anders aus als das Bild, das du gewohnt bist – und wirkt dir deshalb fremd.
  • Dir wurde eingeredet, dass du nicht gut aussiehst: Oft subtil, oft in deiner Kindheit. Solche Sätze setzen sich fest – auch wenn sie nicht stimmen.
  • Du erkennst dich nicht wieder: Wir haben gelernt, für Fotos zu lächeln. Das führt oft zu verkrampften Gesichtsausdrücken und du erkennst dich im Bild nicht wieder.

Echter Ausdruck kommt aus den Augen und aus dem Herz, nicht von den Zähnen.

  • Eigenarten: Manche blinzeln häufig, bewegen sich viel oder haben Mimiken, die auf einzelnen Bildern unvorteilhaft wirken. Wenn dann mehrere schlechte Bilder entstehen, fühlt es sich schnell wie ein Beweis an.
  • Veränderung: Dein Selbstbild hinkt deinem aktuellen Aussehen hinterher. Das ist völlig normal – kann aber irritierend für dich sein. Lass dir Zeit.
  • Erfahrungen: Für manche ist Fotografiertwerden mit unangenehmen oder belastenden Erlebnissen verknüpft. (Die Fotos von diesem Beispiel sind übrigens grandios geworden).
  • Erwartungen: Du hast einen fremden Anspruch an dein Selbstbild, bzw. du erlaubst dir nicht, du selbst zu sein.

Und der häufigste Grund:

Die Fotograf*in passt nicht.

Ein weiteres Foto-Shooting für ein Bewerbungsbild im Bahnhof Bern, Schweiz. Er wird gar nicht gerne fotografiert. Nicht fotogen? Kaum! Ganzkörper-Porträt von einem Mann auf einem Bahnsteig. Im Hintergrund ein Zug und unscharf die Umrisse von Gebäuden unter grauem Himmel.

Nicht fotogen. Wie ich damit umgehe:

Die ganz kurze Version: Ich sorge dafür, dass du dich wohlfühlst.

Porträtfotografie ist für mich keine technische, sondern eine menschliche Arbeit. Es geht nicht um Licht, sondern um aufrichtigen Bezug.

«Ich bin nicht so fotogen», waren ihre ersten Worte vor dem Shooting. Jetzt verwendet sie die Porträtfoto-Bilder für praktisch jeden Instagram-Beitrag. Fotografie von einer lächelnden Frau auf einer Bank am Rande des Liebefeld-Parks in Köniz bei Bern.

Die längere Version:

  • Wir wählen gemeinsam einen Ort, der zu dir passt: Du bist nicht «irgendwo», sondern in einer Umgebung, die sich richtig anfühlt, in der du wohl bist und die du aktiv mitbestimmst.
  • Du bist Teil des Prozesses: Kein Ausgeliefertsein, sondern Zusammenarbeit in deinem Tempo. Ein gutes Shooting ist Teamwork. Und du entscheidest, welche Bilder du haben möchtest. Nichts wird ohne dein Einverständnis verwendet.
  • Wir bleiben in Bewegung: Spazieren und Austausch statt steifer Posen. Das Shooting wird so zur Nebensache.
  • Ich mache viele Bilder: So entsteht eine entspannte Situation, in der du dich nicht auf einzelne Ausdrücke fixieren musst. Die Wahrscheinlichkeit, dass nichts Gutes dabei ist, geht gegen null. Wenn dir ein natürlicher, ungestellter Ansatz entspricht.
  • Ich interessiere mich für dich: Das Shooting wird so einfach zu einem Kennenlernen – nicht zu einer Prüfung.
  • Wenig Equipment und eine Kamera ohne Klicken: Das baut Druck ab und du hast kein «Jetzt werde ich fotografiert»-Gefühl.

Kurz gesagt: Wenn du dich wohlfühlst und du einfach du selbst sein kannst, kommen die guten Bilder von selbst.

Und ja – wie bei allem anderen auch, brauchen manche Menschen etwas länger.
Aber das ändert nichts daran, dass auch sie fotogen sind.

Maria gefällt sich auf Bildern nie, hat sie gesagt. Wir haben einen Foto-Spaziergang gemacht. Daraus entstanden nicht nur spannende und interessante Gespräche, sondern auch eine Vielzahl von tollen, authentischen Porträtbildern. Bewerbungsbild von einer fröhlichen, strahlenden Frau, die zwischen Hecken im Botanischen Garten von Bern steht. Aufgenommen zwischen dem Lorraine-Quartier und dem Altenberg-Quartier in der Nähe der Aare. Fotografier vom Berner Fotograf Manuel Castellote.

… und was kannst du tun, damit du fotogener wirst?

Genau drei Dinge:

  • Such dir eine Fotograf*in, deren Stil dir wirklich entspricht: Schau dir das Portfolio genau an und frage dich: Fühle ich mich von diesen Bildern angesprochen? Entsprechen sie mir?
  • Erlaube dir, du selbst zu sein: Kein «funktionieren», kein «gut aussehen müssen», kein Posen. Einfach du.
  • Schaffe dir ein Gefühl der Vorbereitung: Ein bisschen Verständnis nimmt viel Druck raus.

Alles andere ist nicht dein Problem, sondern das der Fotograf*in.

Porträtbild von einer Frau die Seifenblasen bläst beim Denkmal oberhalb von Worb. Fotografiert zwischen Worb und Vechigen in Worblental. Sie hatte Mühe, sich mit ihrer Nase anzufreunden. Das Spiel mit den Seifenblasen und der richtige Umgang liessen sie dei Kamera vergessen. Porträtbild für die Mitarbeiterzeitung der Stadt Bern. Fotograf: Manuel Castellote.

Willst du das für dich klären? Wenn du deine Kameraangst angehen und erleben möchtest, wie es sich anfühlt, entspannt fotografiert zu werden: Schreibe mich gerne unverbindlich an.
Ich freue mich auf deine Nachricht!

Angeblich nicht fotogen und ganz, ganz unwohl vor der Kamera: Denise hat von einem Portraitday profitiert und für ihre Geschäfte mehrere Porträts von mir machen lassen. Das anfängliche Unwohlsein war schnell verflogen und entstanden ist eine Serie authentischer und natürlicher Porträtbilder. Porträt von einer Frau, die an eine Holzwand lehnt und in die Kamera blickt. Im Hintergrund das unscharfe Grau der Strasse. Fotografiert in Thun von Personal Branding Fotograf Manuel Castellote.

Und übrigens: Alle Menschen, die du hier auf den Bildern siehst, dachten von sich, sie seien nicht fotogen.

Danke dir fürs Lesen und für deine Zeit. Und: Gute Fotos entstehen nicht, weil du jemand anderes wirst. Sondern weil du dir erlaubst, gesehen zu werden.

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